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Die Motivation und das Winterloch

Irgendwie gibt es immer mal wieder Zeiten, in denen meine Motivation zu fotografieren im Keller ist. Das kann unterschiedliche Gründe haben, ein allgemeines Stimmungstief, Winter, Wetter, Stress, Ideenlosigkeit… Nun bin ich in der glücklichen Situation, nicht darauf angewiesen zu sein, da es nicht mein (Haupt-)Beruf ist. Trotzdem ist es irgendwie unbefriedigend, schließlich macht es ja Spaß, wenn man motiviert fotografiert.

Ich muss gestehen, dass für mich neues Equipment immer einen enormen Motivationsschub gibt, es macht einfach Spaß, neue Dinge auszuprobieren und damit seine Erfahrungen zu machen. Da das naturgemäß aber immer ein Loch in die Kasse reißt, wären andere Motivationsquellen auf Dauer wohl wirtschaftlich gesehen sinnvoller…

Ich habe mich also einfach mal hingesetzt und darüber nachgedacht, warum ich überhaupt fotografiere. Ich hinterfrage also meine eigene Motivation hinter der Fotografie und überlege, wie ich diese wieder ankurbeln könnte.

Meine Motivation

Ich habe für mich nicht den einen Grund finden können, der mich motiviert. Es sind je nach Situation verschiedene Dinge, die mich zum Fotografieren treiben. Bei einer Familienfeier geht es mir einfach um die Erinnerung, da braucht es nicht unbedingt perfekte Fotos. Fotografiere ich im Auftrag für jemanden, ist mein Antrieb die Erwartungen von diesem zumindest zu erfüllen, besser noch zu übertreffen und dafür meine eigenen Ideen einfließen zu lassen. Ziehe ich nur für mich mit der Kamera los, kann eine Motivation sein, neue Dinge auszuprobieren, um meinen Horizont zu erweitern und neue Erfahrungen zu sammeln.

Aber irgendwie ist das alles noch nicht der Kern. Ich glaube meine Hauptmotivation ist das Entdecken und das Spiel mit den Möglichkeiten, Neues zu erschaffen, kreativ zu sein. Dem Auge etwas zu bieten, was es so eventuell noch nicht gesehen hat, etwas Besonderes. Im besten Fall sollte das Ergebnis beim Betrachter etwas auslösen, eine Emotion erzeugen. Besonders gut gelingt mir dies, wenn die beabsichtigte Bildwirkung den eigenen Empfindungen beim Fotografieren entspricht. So gesehen hat es schon fast etwas therapeutisches – das fotografische Ausdrücken der eigenen Empfindungen. Das heißt natürlich nicht, dass das auch immer gelingt oder überhaupt möglich ist. Aber das muss es auch nicht immer, das Mindeste, was es bringt, sind neue Erfahrungen.

Damit habe ich mich meinem inneren Antrieb (zumindest ein Stück weit) genähert, was kann ich nun tun, um die Motivation wieder anzukurbeln?

Die Kamera immer dabei haben und in den Alltag integrieren

Grundvoraussetzung ist natürlich, immer eine Kamera dabei zu haben. Dabei reicht inzwischen auch das Handy, es muss ja nicht immer maximale Qualität sein. Wenn einem etwas ins Auge springt, oder man plötzlich einfach Lust hat loszuziehen und Bilder zu machen, wäre es schade, diesen Moment nicht auch nutzen zu können, nur weil man einfach keine Kamera dabei hat. Auch die alltäglichen Dinge können fotografisch reizvoll sein. Zumal der Aufwand sehr gering ist – Alltag hat man sowieso, da kostet es keine wenig Zeit, dabei auch zu fotografieren.

Das Archiv durchstöbern

Auf viele Fotos gewinnt man einen ganz neuen Blick, wenn einfach mal ein wenig Zeit ins Land gegangen ist. Seine eigenen Fotos zu durchstöbern und mit neuen Augen zu sehen, fördert hin und wieder Perlen zu Tage, die man vorher einfach übersehen oder unterschätzt hatte. Oder es funktioniert auch auf den zweiten Blick nicht so richtig, dann ist es eine gute Gelegenheit zum Ausmisten. So oder so kann es wieder motivieren neue Fotos zu machen, in dem man die alten einfach mal Revue passieren lässt: „Da könnte ich auch mal wieder hin“, oder „Das würde ich mittlerweile anders/besser machen“ sind nur zwei Beispiele dafür.

Sich selbst Ziele setzen oder Aufgaben stellen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich selbst Aufgaben oder Ziele zu setzen, die dafür sorgen, dass man am Ball bleibt. Ein Klassiker dafür ist ein 365-Tage Projekt, an dem man an jedem Tag des Jahres quasi das Foto des Tages veröffentlicht. Ich überlege selbst gerade so etwas zu machen, allerdings in abgeschwächter Form, also mit einem Foto pro Woche. Eine kleine Ideensammlung zu Fotoprojekten für das neue Jahr, gibt es auch auf http://clickitupanotch.com, eventuell ist was für euch dabei.

Was sind Eure Gründe und eure Motivation den Auslöser zu drücken? Habt ihr auch solche Motivationstiefs und wenn ja, was sind eure Strategien, um das Tief zu überwinden?