Levitation-Fotografie: Making-of

Levitation-Fotografie: Making-of

Kürzlich habe ich meine ersten Versuche im Bereich Levitation-Fotografie unternommen. Da es mir persönlich Spaß gemacht hat und eventuell den einen oder anderen interessiert, wie das Foto entstanden ist, wollte ich das ganze in einem kurzen Making-of zusammenfassen.

Für mich war dieses Foto eine spontane Idee, für die ich auch keine Hilfe hatte. Daher musste es so angelegt sein, dass ich es als Selbstportrait komplett alleine handlen konnte. Zunächste habe ich mir also eine Brücke gesucht, unter der der Blick auf eine möglichst freie Fläche ging, um so den Schnee noch zu nutzen, bevor er ganz wegtaut. Da ich länger sportlich als Kletterer unterwegs war, hatte ich noch passendes Equipment für mein Vorhaben, also ein Kletterseil, Bandschlingen, einen Klettergurt und diverse Karabiner.

Der erste Schritt war also das befestigen des Kletterseils am Brückengeländer oben. Restseil heruntergeworfen, stand schon mal die Aufhängung. Wieder unten habe ich die Kamera auf ein Stativ positioniert und die längstmögliche Selbstauslöserzeit eingestellt. Bei der Fuji X-Pro 1 sind das 10 Sekunden. Ansonsten habe ich die Kamera komplett manuell betrieben, um eine konstante Belichtung sicherzustellen. Klettergurt an, Karabiner in passender Höhe ins Kletterseitl gehängt und es konnte losgehen.

Jetzt fing die Rennerei an. 10 Sekunden können verdammt kurz sein, wenn man noch zum richtigen Ort rennen, sich einhängen und die passende Haltung einnehmen muss. Da das ganze natürlich nicht beim ersten Foto optimal war, bin ich also so einige mal hin und her gerannt.

Bei allem Gerenne musste ich auch noch damit rechnen, dass besorgte Fußgänger die Polizei rufen, um einen potentiellen Selbstmörder zu melden…

Steps

Zu jedem Setup habe ich also einige Versuche mit Motiv gemacht und dann immer ein zusätzliches ohne alles. Dieses leere Foto habe ich dann Photoshop mittels Ebenenmaske an den richtigen Stellen genutzt, um die überflüssigen Details mit dem leeren Bild zu „übermalen“. So habe ich also das Seil, einen Hilfshocker, den Klettergurt etc. verschwinden lassen. Den letzten Schliff hat das Foto dann in Lightroom bekommen.

Leider war die Nachbearbeitung aufwändiger als eigentlich notwendig. Da ich alles alleine gemacht habe, war alles etwas hektisch und ich konnte nicht gezielt genug darauf achten, dass nichts unnötiges im Bild ist. Sonst hätte ich mir viel Stempelei ersparen können. Falls ich so etwas noch mal mache, werde ich es auf jeden Fall nicht mehr alleine machen.

Levitation Final

Unterm Strich hat es aber viel Spaß gebracht. Und Muskelkater.

Tipp: Da nicht jeder unbedingt die passende Kletterausrüstung zu Hause hat, tuts auch ein Hocker oder alternativ die Methode, bei der man tatsächlich springt.